Die Kornelkirsche ist ein schnellwachsender, ausladender und laubabwerfender kleiner Baum oder Strauch. Er gehört zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) und ist nicht mit der Sauerkirsche und der Süsskirsche verwandt, welche zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehören.
Die Kornelkirsche gilt als langlebig und wurde bereits in der Antike sehr geschätzt. Zahlreiche Schriftsteller wie Homer, Horaz oder Ovid erwähnen sie als «cornus». Das Holz galt wegen seiner Zähigkeit und Festigkeit als sehr wertvoll. Es wurde daher mit Ausdauer und Kraft assoziiert. Das nichtsplitternde Holz nahm man vor allem für Wurfspeere und Lanzen. Auch der Held Odysseus besass eine Kornel-Lanze und sein legendärer Bogen, den nur er allein spannen konnte, soll ebenfalls aus der Kornelkirsche gefertigt worden sein.
Im alten Rom, zur Zeit des Kaisers Caligula (12–41 n. Chr.), soll einer Sage nach eine 800-jährige Kornelkirsche gestanden haben. Diese Kornelkirsche, Cornus Romuli genannt, wurde auf den legendären Romulus, den Gründer Roms, zurückgeführt. Er stiess angeblich an jener Stelle, wo die Stadt Rom erbaut werden sollte, seinen Wurfspiess aus Kornelkirschholz in die Erde. Wie durch ein Wunder wurzelte das Lanzenholz, trieb Blätter aus und entwickelte sich zu jenem Baum.